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Hitzewelle

Zwei Griller, zwei Köche und wie sie Short Ribs, Burger und Pastrami einheizen. A la Carte unterzog Grillwerkzeuge und freilufttaugliche Utensilien einer Feuerprobe.

Text von Claudia Schemerl-Streben   Fotos: Corbis (1), beigestellt

Sobald das Thermometer laue Temperaturen anzeigt und die Freiluftsaison im Volksgarten Pavillon beginnt, qualmt’s: Trotz Schönwetterlage steht Küchenchef Matthias Zykan dort unter Kastanienbaumkronen abends stundenlang in Rauchschwaden. Die dicke Luft ist hausgemacht und steigt aus der gerade einmal drei Quadratmeter großen Open-Air-Küche auf, deren wichtigste Apparaturen ein Griller und ein massiver Gusseisen-Smoker sind. Bereits vor Jahren heckte Zykan das Konzept aus, der offensichtlich wusste, in welche Richtung es geht: In internationalen Gourmethotspots ist Grillen der letzte Schrei – Grillstationen sind aus Michelin-Stern-Restaurants wie Asador Etxebarri im baskischen Bergdorf Axpe bei Atxondo und dem Blue Hill at Stone Barns in New York nicht mehr wegzudenken – und wird aktuell von der deutschen Tageszeitung Die Welt als einer der wichtigsten Foodtrends für 2015 gelistet.Letztes Jahr zelebrierte Zykan im Volksgarten noch das klassiche Barbecue, für das der Autodidakt große Fleischstücke in die mächtige Smoker-Trommel (Rauchkammer) legte und über etliche Stunden bei Niedrigtemperatur von maximal 130 Grad im Rauch garte. Für diesen Sommer rief er nach einem Thailandurlaub spontan das Motto „Bangkok Barbecue“ aus. Dazu wird die eigens von einem Schlosser angefertigte Grillwanne mit Holzkohle angeheizt und darauf etwa die längliche, grüne Thai-Melanzani weich gegrillt – sie besitzt keine Bitterstoffe und ist besonders fleischig –, bevor sie mit Zutaten wie Minze, Chili, Zwiebel, Limettensaft und Fischsauce einen Salat mit dem exotischen Namen „Yam Makura Yao“ ergibt, der gleichzeitig scharf, erfrischend sauer und salzig schmeckt. Um der Eierfrucht eine rauchige Note zu verpassen, legt Zykan sie im Anschluss ans Grillen über direkter Hitze in den vertikalen Smoker-Rauchturm, der mit einer Haupt-Garkammer verbunden ist (durch sie strömt der Rauch vorerst von der Feuerbox aus und besitzt somit im Rauchturm angekommen bereits deutlich niedrigere Temperaturen) und sich mit 60 bis 70 Grad zum sanften Nachgaren und Räuchern eignet. Das Slow-Smoked-Prinzip wendet Zykan auch bei der Zubereitung von Rib-Eye-Steak an – dazu wird selbstgemachter grüner Papayasalat sowie „Nam Prik Pao“ serviert, eine süß-scharfe Chili-Marmelade, für die der Koch Chili, Knoblauch und Schalotten klein schneidet, frittiert und im Anschluss im Mörser mit Garnelenpaste, Tamarindensaft und Palmzucker vermengt –, „Laab Gai“, lauwarmer und würziger Hühnersalat, für den das zarte Fleisch scharf angebraten und im Anschluss gesmoked wird, bevor Zykan es in seiner Freiluftschauküche hackt und in einer süß-scharfen Marinade zum Gast schickt. Selbst der Burger wird im Thai-Style angeboten und landet nach dem Grillen über offenem Feuer im mit hochwertiger Kokoskohle angeheizten Smokerturm, „weil das Fleisch einfach total vom rauchigen Aroma profitiert.“ Ist ein Gästeansturm zu erwarten, wie bei dem diensttäglich stattfindenden Technocafé mit hoher Partypeople-Dichte, fabriziert der Küchenchef gleich 100 Burger am Griller vor, die im Anschluss drei Stunden bei 60 Grad im Rauch liegen. „Obwohl die Fleischlaberl lange im Smoker bleiben, sind sie noch immer supersaftig – das liegt auch daran, dass wir sie mit höherem Fettanteil zubereiten. Das überschüssige Fett rinnt über ein Ablassventil ab und der Burger ist perfekt,“ verrät der Grillmeister.

Auf die Verwendung von Thermometer oder sonstigem Grill-Equipment verzichtet Zykan: „Wir machen alles rein nach Gefühl und da wir den Smokerraum wegen des Dauerbetriebs zwischen 17 und 23 Uhr immer wieder öffnen müssen, schwanken die Temperaturen in der Kammer ohnehin die ganze Zeit.“ Griffbereit liegen lediglich ein dicker Handschuh, um die heiße Klappe des Smokers ohne Brandblasengefahr öffnen zu können, sowie zwei Grillzangen, die den ganzen Abend im Einsatz sind, um Fleischstücke, Burgerpatties und Gemüse zu wenden oder vom Griller zum Smokerturm zu befördern. „Mehr braucht’s nicht.“

Ähnlich sieht es Peter Zinter, der sich als kulinarischer Leiter der Wiener Lokale Charlie P’s Diningroom auf der Währinger Straße, Slow Tacos am Donaukanal sowie The Brickmakers Ale & Cider House in der Zieglergasse in der Disziplin Multitasking beweisen muss und nicht mit speziellem Grill-Werkzeug hantiert. Für die Küche des BBQ-Lokals im siebenten Bezirk hat er gleich zwei Smoker aus Edelstahl aus dem Smoker-Mutterland Amerika importiert; ein dritter ist bereits unterwegs. Die Gerätschaften haben weniger mit der klassischen Smokerhardware in Lokomotiv-Optik zu tun, ähneln dafür aber umso mehr wuchtigen Schränken. Rauchschwaden kann auch Zinter nicht verhindern, dennoch reicht das High-Tech-Abluftsystem der Res-taurantküche aus, um den Großteil der Strömung abzusaugen. Die mit Strom betriebenen Smoker heizen den Garraum über ihre Seitenwände ein, während sich von einer ebenerdigen Kammer aus Rauch von Buchenholzscheiten („von Chips oder Pellets halte ich nichts“) seinen Weg nach oben bahnt und mittels Umluftsystem gleichmäßig verteilt wird. „Das Ergebnis schmeckt dann schon richtig smokey, aber nicht so heftig wie der Original Texas-BBQ-Flavour. Da brennt es dann nämlich schon im Mund wegen des intensiven Rauchs.“

Befüllt werden können die Smoker („wir legen es aber nicht darauf an“) mit Fleischmengen bis zu 80 Kilogramm; verteilt auf fünf Gitterrost-Ebenen. Eine Tonne (!) Fleisch, darunter Mangalitzaschwein (für Pulled Pork),
alt-amerikanisches Durocschwein (für Spare Ribs) und Rind aus Australien (für Brisket und Short Ribs), wird im Brickmakers pro Woche verarbeitet. Während etwa Pas-trami, Short Ribs und Brisket bei einer exakten Temperatur von 110 Grad im Rauch garen (Letzteres verbringt zwischen 12 und 14 Stunden in der Rauchkammer), sind die hausgemachten Würstel wesentlich temperaturempfindlicher. „Wir machen keine Rohwürste, sondern räuchern sie heiß, damit sie erstens gegart und zweitens haltbar sind. Mehr als eine Stunde bei 80 Grad vertragen sie aber nicht. Liegt die Temperatur drüber, platzen sie auf und es entsteht eine fürchterliche Sauerei.“ Zweimal wöchentlich steht in der Brickmakers-Küche die Verwurstung am Plan, wobei Zinter auf die Abschnitte zurückgreifen kann, die beim Putzen der Fleischteile entstehen und eine Mischung aus Rinderbrust, Duroc- und Mangalitzaschwein herstellt, die er mit Gewürzen über eine Nacht stehen lässt und erst dann in Form bringt. Serviert werden die dünnen Würstel in Überlänge (sie machen damit dem Original Sacher Würstel Konkurrenz) mit Krautsalat, Senf und Brot – „alles hausgemacht“, wie Zinter stolz betont.

Den speziellen Geschmack der einzelnen, mächtig dimensionierten Gerichte macht aber nicht nur das spezielle Garverfahren aus. Ausschlagebend sind auch die Trockenmarinaden (Rubs), die der Spitzenkoch eigens fabriziert („ein zugekaufter Einheitsgewürzmix geht gar nicht“) und das Fleisch damit großzügig einreibt. Vermischt werden unter anderem Zutaten wie Rohrzucker, Paprika, Kümmel, Pfeffer und Selleriesalz, für das die Knolle vorerst dehydriert und im Anschluss mit Salz gemixt wird. Mit derselben Konsequenz werden auch die sogenannten „Mothersaucen“ aufwändig hergestellt (entwickelt wurde eine erdige und eine würzig-scharfe Sauce mit Chili und Piment Espilette), mit der die Fleischstücke mehrmals während des Niedriggar-Prozesses eingestrichen werden, um die Rauchkammer besonders saftig zu verlassen. Für das als bestes der Stadt gehypte Pastramisandwich pökelt Zinter Rinderbrust drei Wochen lang mit einer Sur, die mit nicht weniger als 20 verschiedenen Gewürzen angesetzt wird. Erst dann wandern die Fleischstücke in die Rauchkammer und werden dünn aufgeschnitten als Fünf-Zentimeter-Turm ins Sandwich geschichtet.

Obwohl die Leistung der Räucherschränke beachtlich ist, hat sich Zinter bereits nach einem Nachfolger umgesehen, in den eventuell schon in der nächsten Saison (also 2016) investiert wird. Gemeinsam mit Brickmakers-Betreiber Brian Patton besuchte der umtriebige Kreativkoch in New York einige BBQ-Häuser und sichtete dabei High-End-Gerätschaften wie den Ole Hickory Smoker, der die Dimension eines halben Schiffs-containers erreicht, mit Gas betrieben wird und über einen Garraum mit etlichen Ablageflächen verfügt, die man rotieren lassen kann. Seine Vorfreude darauf verheimlicht der Spitzenkoch jedenfalls nicht: „Das macht dann erst so richtig Spaß.“

The Brickmakers Ale & Cider House

Zieglergasse 42, 1070 Wien
Tel.: 01/997 44 14
Mo.–Fr. 17–2, Sa., So. 12–2 Uhr
www.brickmakers.at

Volksgarten Pavillon
Tel.: 01/532 09 07, 1010 Wien
April–Mitte Sept. 11–2 Uhr
BBQ von Mo.–Sa. 18–22 Uhr
www.volksgarten-pavillon.at

Cuisinarum
Singerstraße 14, 1010 Wien
Tel.: 01/890 21 41
www.cuisinarum.at
www.design3000.de
www.weberstephen.at
www.roesle.at



Popcorn-Pfanne

19,90 Euro
www.esschertdesign.com
Smartes Gimmick für den Start einer Grillerei im Garten oder für eine Popcorn-Einlage am Lagerfeuer. Die schwarze Metallpfanne aus der niederländischen Ideenfabrik Esschert Design besitzt einen Durchmesser von 18 Zentimetern und ist mit einem extralangen Stiel (über 50 Zentimeter) ausgestattet – verbrannte Finger gibt’s aufgrund der großzügig gewählten Stiellänge nicht. Außerdem verfügt das Tool über einen Gitterschutz, den man mit einem Handgriff fixieren bzw. entfernen kann, wobei man beim Öffnen zu einem Schutzhandschuh oder einem Lappen greifen sollte. Einmal im Einsatz macht die Pfanne richtig Spaß: Die Maiskörner poppen in der Pfanne innerhalb kürzester Zeit auf, wobei man darauf achten muss, dass das Tool ständig in Bewegung bleibt, um ein Anbrennen der bereits aufgepoppten Körner zu verhindern. Plus: Man will nicht mehr aufhören Popcorn herzustellen. Minus: Die Pfanne könnte durchaus großzügiger angelegt sein: Tatsächlich reicht die Menge, die man darin herstellen kann, gerade einmal als Snack für zwei Personen. Plus: Die Körner legen sich nicht am Boden an, weshalb sich die Pfanne mühelos und schnell reinigen lässt – allerdings nur händisch; in den Geschirrspüler passt sie wegen ihrer Stiel-Überlänge nicht.

Fazit: Witziges Tool, das eine gute Performance hinlegt.
Idee: Sehr gut
Stabilität/Material: Sehr gut
Nützlichkeit/Handhabung: Gut
Reinigung: Sehr gut



Hamburgerpresse

4,95 Euro
www.sagaform.com
Eine Presse, die aus Faschiertem einheitliche Laberl formt – ob man ein solches Werkzeug wirklich braucht oder nicht, bleibt Ansichtssache. Fakt ist: Das Tool aus zwei, jeweils mit Rillen versehenen Elementen (eine Form aus lebensmittelechtem Kunststoff und eine Art Stempel aus Aluminium) hält, was es verspricht: Mit einem Handgriff entstehen gleichmäßig große Laibchen von 11 Zentimetern Durchmesser, die zwar nicht auf Anhieb, aber nach mehrmaligem Klopfen von der Form entlassen werden und dabei ganz bleiben. Das Ergebnis nach dem Grillvorgang: saftige Burgerlaibchen, bei denen man sich nicht um das größere Stück streiten muss. Die Rillen auf beiden Seiten der Patties verschwinden allerdings beim Garen.

Fazit: Eine Presse, die perfekt geformte Burger entlässt.
Idee: Sehr gut
Stabilität/Material: Sehr gut
Nützlichkeit/Handhabung: Sehr gut bis gut
Reinigung: Sehr gut



Butterverteiler Spredo

9,90 Euro
www.mnkbusiness.com
Die Kreativköpfe des Designstudios Monkey Business in Tel Aviv haben sich schon einige schräge Küchenhelfer ausgedacht. Für gegrillte Maiskolben war es der zweiteilige Butterverteiler Spredo (5,8 x 5,7 x 5 Zentimeter) aus Kunststoff und in knalligem Gelb, der durchaus Sinn macht und nicht nur verhindert, dass man sich die Hände fettig macht – dazu setzt man ein Stück Butter in den einen Teil und verteilt sie durch Druck auf den Kolben in gewünschter Dosis auf dem Mais) –, sondern auch einen integrierten Salzstreuer besitzt, wodurch jeder Einzelne den Fett- und Würzanteil selbst bestimmen kann. Vier Stück sollte man sich von dem praktischen Tool besorgen. Das Prinzip ist einfach, die Wirkung groß!
Minus: Dem Gastgeber bleibt die Butter-Patzerei nicht erspart – gereinigt werden muss der kleine Küchenhelfer immer noch.

Fazit: Witzig, praktisch, gut.
Idee: Sehr gut
Stabilität/Material: Sehr gut
Nützlichkeit/Handhabung: Sehr gut
Reinigung: Gut bis befriedigend



Pin Table

39,95 Euro
erhältlich bei www.design3000.de
Ein Gartentisch, der ganz schön etwas hermacht: Der Outdoor-Tisch in Pin-Nadel-Optik aus dem skandinavischen Haus Menu besticht durch schönes Design und motzt nicht nur jeden Garten auf,  sondern lässt sich auch als praktischer Beistelltisch beim Guerilla-Grillen einsetzen. Das Tischbein, eine Art Spieß, wird dazu einfach in die Erde – oder in den Sand – gerammt und besitzt so selbst auf unebenem Untergrund die nötige Standfestigkeit. Erhältlich ist das Produkt in schlichtem Schwarz oder Weiß, oder in den poppigen Farben Pink, Grün und Gelb. Im Praxistest ergibt sich ein Manko: Der Spieß mit 56 Zentimetern Länge muss tief in den Untergrund versenkt werden, um sein Gleichgewicht trotz entsprechender Belastung durch Gläser, Grillbesteck und Co. auf der Abstellfläche (40 Zentimeter Durchmesser) zu halten – die Höhe des Tisches wird dadurch erheblich reduziert. Plus: Der Tisch ist mit wenigen Handgriffen in seine vier Teile zerlegt und mit gerade einmal zwei Kilogramm Eigengewicht leicht transportabel. Minus: Der Hochglanz-Lack am Ende eines Verbindungsstücks neigt nach wenigen Outdoor-Einsätzen dazu aufzubrechen; der Lack an der Spießspitze ist sogar schon nach dem ersten Versenken ins Erdreich völlig aufgekratzt – ein Schönheitsfehler, den man praktischerweise nicht sieht, sobald der Tisch im Boden steckt.

Fazit: Praktisches Outdoor-Mobiliar mit Stärken und Schwächen.
Idee: Sehr gut
Stabilität/Material: Gut bis befriedigend
Nützlichkeit/Handhabung: Sehr gut
Reinigung: Sehr gut



Grillhandschuhe

Grillhandschuhe

39,99 Euro
www.weberstephen.at
Ordentlich dick und ziemlich groß fallen die Grillhandschuhe der Größe S/M der Marke Weber aus. Ob man sie tatsächlich braucht oder nicht, bleibt jedem Grillmeister selbst überlassen. Für die Tester erfüllen sie allerdings ihren Zweck: Geschützt ist nicht nur die Hand vor der enormen Hitzeeinwirkung des Grillers, sondern sogar nahezu die Hälfte des Unterarms. Zum Einsatz kommen die Handschuhe bei der Verwendung eines Pizzasteins, der ohne Schutz weder auf den angefeuerten Griller gelegt noch entfernt werden könnte. Die spezielle Materialwahl (Aramidfasern – sie zeichnen sich durch hohe Festigkeit und Feuerbeständigkeit aus – mit Silikonstreifen) lässt keinerlei Hitzeeinwirkung zu und sorgt für Rutschfestigkeit. Selbst der Härtetest (einige glühende Holzkohlen werden an eine andere Stelle platziert) wird bravourös bestanden: Weder spürt man die
heißen Temperaturen noch wird das Handschuh-Gewebe beschädigt.

Fazit: Ein Grillhelfer, der den Tauglichkeitstest mit Bestnoten besteht.
Idee: Sehr gut
Stabilität/Material: Sehr gut
Nützlichkeit/Handhabung: Sehr gut
Reinigung: Sehr gut



Pizzastein Style

79,99 Euro
www.weberstephen.at
Für den Weber-One-Touch-Griller des Testteams ist der vom Hersteller zur Verfügung gestellte Grillstein Style mit 40 Zentimeter Durchmesser zu groß (der Hersteller verweist auch im Internet darauf, dass das Tool erst für Griller mit 57 cm Durchmesser geeignet ist); einsatzfähig ist das Produkt aus französischem Ton aber allemal: Nachdem die Holzkohlen im Grill angefeuert wurden und glühen, landet der Stein, in Hanglage, auf dem Rost, um sich gemächlich aufzuheizen (so wird laut Hersteller verhindert, dass das Material bricht). Mehr Tipps erhält man in der mitgelieferten Gebrauchsanweisung nicht. Nach rund 10 Minuten Garzeit ist der Belag heiß, der Boden der Fladen superkross und das Endergebnis geschmacklich um ein Vielfaches besser als Pizza aus dem Backofen. Wer sich die Frage stellt, wie man den rohen Pizzateig ohne Pizzaheber auf den heißen Stein hievt: Es funktioniert auch mit Backpapier, auf dem man den Teig am besten gleich ausrollt, belegt und damit auf den Stein hebt.

Fazit: Pizza vom Grill? Ja, das geht und schmeckt richtig gut.
Idee: Sehr gut
Stabilität/Material: Sehr gut
Nützlichkeit/Handhabun: Sehr gut
Reinigung: Sehr gut



Steakmarker

12,90 Euro
www.sagaform.com
Mit den Buchstaben „M“, „W“ und „R“ (Medium, Well-done, Rare) auf dem Brandeisen der schwedischen Ideenfabrik Sagaform erkennt jeder Gast sofort, welches Steak nach seiner gewünschten Garstufe zubereitet wurde. Dazu legt man den optisch ansprechenden Marker aus Aluminium (nicht länger als 10 Minuten) in die Glut des Grillers und brennt den jeweiligen Buchstaben in das fertig gegrillte Steak ein – ein Vorgang, der nur wenige Sekunden dauert und von entsprechenden Zischgeräuschen begleitet wird. Ein originelles Tool, mit dem man bei Gästen für einen Überraschungseffekt sorgen kann. Plus: Der Stiel ist lang genug, um das Eisen ohne Verletzungsgefahr unter den Rost zu legen. Praktisch: Zwecks Reinigung schraubt man das kleine Brandeisen-Dreieck einfach vom Stiel ab. Wichtig: Eisen fest aufdrücken, sonst erkennt man das jeweilige Branding nicht.

Fazit: Ein Tool, das immer für eine Überraschungseinlage gut ist.
Idee: Sehr gut
Stabilität/Material: Sehr gut
Nützlichkeit/Handhabung: Sehr gut bis gut
Reinigung: Sehr gut



Besteckhalter

9,99 Euro
www.weberstephen.at
Ein simples, aber praktisches Hilfsmittel, wenn der Grillmeister nicht nur mit einem Werkzeug hantiert und die Ablagefläche fehlt, auf der er es zwischenzeitlich deponieren kann. Die Besteck-Aufhängevorrichtung passt sich perfekt an die Rundungen des Weber-One-Touch-Kugelgrillers an und hat auf seinen vier Hacken gleich für Grillzange, -heber, -gabel und -bürste Platz. Einziger Haken: Hat man vor, mit geschlossenem Deckel zu grillen, tendiert der Besteckhalter – sofern er nicht wirklich fest am Außenrand des Kugelgrills sitzt –, abzuheben, sobald man den Deckel wieder öffnet. Ergebnis: Das Grillbesteck liegt ebenfalls im Gras – ärgerlich.

Fazit: Kostengünstige Grillbesteck- „Ablage“, nur bedingt einsetzbar.
Idee: Sehr gut
Stabilität/Material: Sehr gut
Nützlichkeit/Handhabung: Gut
Reinigung: Sehr gut



Fischwender

€ 26,9
www.weberstephen.at
Ein Hilfsmittel, das in keinem Haushalt fehlen darf, in dem vornehmlich Fisch am Grill landet. Bevor man sich mit den normal dimensionierten Grillwendern plagt und dann trotzdem nur zerflederte Fischteile am Teller hat, macht die Anschaffung eines Wenders mit Riesenschaufel und 18 cm Breite durchaus Sinn. Filets werden mühelos mit einem Handgriff und im Ganzen vom Grillrost zum Teller transportiert, das Wenden von ganzen Fischen wird ebenso zum Kinderspiel.

Fazit: Die einen brauchen’s, die anderen nicht.
Idee: Sehr gut
Stabilität/Material: Sehr gut
Nützlichkeit/Handhabung: Sehr gut
Reinigung: Sehr gut



Hot Dog Griller

24,95 Euro
www.roesle.at
Ein Hilfsmittel, das man nicht unbedingt braucht, für so manchen Würstel-Aficionado aber durchaus Sinn macht. Der Hot-Dog-Roaster vom deutschen Hersteller Rösle besteht aus sechs beweglichen Walzen, die von Leisten umschlossen sind. Das Tool ist zur Gänze aus Edelstahl gefertigt und mit einem Griff versehen, der zu kurz wirkt, um am Rost nicht gefährlich heiß zu werden, aber praktischerweise mit einer Handbewegung (und ohne die Würstelauflage zu berühren) ausgehakt werden kann. Fünf gerade Würstel haben gleichzeitig am Roaster Platz – die Bewegung eines Würstels reicht, um zeitgleich auch bei den anderen ein Wendemanöver auszulösen. Somit kann man sich längere Zeit dem Wenden von Beilagen, Buns oder anderen Grillstücken am Rost widmen. Einen Punkteabzug gibt es in Sachen Reinigung: Einmal im Einsatz, verrußen vor allem die Walzen und Fett brennt sich ein. Entfernen lassen sich die Flecken weder mit einem Geschirrspül-durchgang, noch mit einer mehrstündigen Seifenlauge und anschließender händischen Reinigung – schade!

Fazit: Ein Gimmick, das für einige Grillmeister durchaus Berechtigung hat.
Idee: Sehr gut
Stabilität/Material: Sehr gut
Nützlichkeit/Handhabung: Sehr gut
Reinigung: Genügend bis nicht genügend



Wurstspieß

4,90 Euro
www.design3000.de
Um die Wurst geht’s den Designern des niederländischen Erzeugers Esschert. Um Würstel über offenem Feuer zu grillen ohne sich dabei die Finger zu verbrennen beziehungsweise um sie nicht in der heißen Glut zu verlieren, entwickelten sie einen Spieß mit extrasicherer Stiellänge von 74 Zentimetern und Holzgriffabschluss. Das andere Ende des Spießes wurde zu einer Spirale geformt, so dass das Grillgut keinesfalls verloren gehen kann. An sich ein nettes Gimmick, nur dass die Spirale in Sachen Weite etwas zu großzügig angelegt wurde und man im Handel erst nach einem Würstel suchen muss, das von den Windungen gut umschlossen werden kann. Ebenfalls schade: Der originalverpackte Holzgriff ist beim Öffnen des Kartons bereits beschädigt – Holzfasern splittern an einigen Stellen bereits ab.

Fazit: Nette Idee, in der Umsetzung ausbaufähig.
Idee: Sehr gut
Stabilität/Material: Befriedigend
Nützlichkeit/Handhabung: Genügend
Reinigung: Sehr gut



Grill-Set

44,95 Euro
www.evasolo.com
Grillwerkzeug kann auch gut aussehen. Das hat sich zumindest der
dänische Hersteller Eva Solo bei der Entwicklung seines zweiteiligen Sets bestehend aus Zange und Heber zur Aufgabe gemacht. Tatsächlich macht das Werkzeug mehr her als so manches Produkt aus dem Baumarkt. Erfreulich auch die Performance am Griller. Sowohl Wender als auch Zange erweisen sich als angenehm in der Bedienung: geringes Eigengewicht; die Wärmeleitung wird durch einen langen Silikongriff unterbrochen und somit die Hände vor Hitze geschützt; die Größe der Schaufelfläche ist gut gewählt und die Zange punktet, weil man sie durch eine Schiebefunktion am Griff schließen und damit gut aufbewahren kann.  Alles andere als eine sperrige Angelegenheit. Top!

Fazit: Schön und effizient – ein Grillwerkzeug, das man herzeigen kann.
Idee: Sehr gut
Stabilität/Material: Sehr gut
Nützlichkeit/Handhabung: Sehr gut
Reinigung: Sehr gut



Grandpa’s Grillkit

19,95 Euro
www.lightmyfire.com
Archaisch mutet der zusammenklappbare Grillrost des schwedischen Erzeugers Light my Fire an. Einem abgerundeten Dreieck entsprechend und nicht besonders groß (170 x 37 x 20 mm), packt das Tool bei kleineren Fischarten wie Forelle, Saibling oder kleinwüchsigen Wolfsbarsch-Kalibern aus der Zucht in der Körpermitte zu. Anwendung findet der verchromte Rost aber auch für die Zubereitung von Burgern (mehr als einer hat darin nicht Platz) oder Gemüsestücken. Einen Stiel, mit dem man das Grillgut in die Hitze schicken kann ohne sich selbst die Finger zu verbrennen, liefert der Hersteller bewusst nicht mit und regt den Nutzer dazu an, sich in der Natur ein entsprechendes Hilfsmittel in Form eines Astes zu suchen. Plus: die Haut bleibt am Fisch, verschmilzt nicht mit dem Rost des Grillers und wird extraknusprig. Minus: Das Öffnen des heißen Tools erweist sich als schwierig – unbedingt Schutzhandschuhe tragen! Angenehm: rostfrei und spülmaschinengeeignet. Ein Must-have für Lagerfeuer-Liebhaber!

Fazit: Flexibler Grillrost, der zur Eigeninitiative anregt.
Idee: Sehr gut
Stabilität/Material: Sehr gut bis gut
Nützlichkeit/Handhabung: Sehr gut
Reinigung: Sehr gut



Digitalthermometer

24,90 Euro
www.gefu.com
Macht eigentlich in jeder Haushaltsküche Sinn – außer, die Batterie beginnt zu schwächeln – und erfüllt bei der Zubereitung unterschiedlichster Gerichte stets seinen Zweck: für den Sonntagsbraten, Mehlspeisen oder Babykost, oder auch, wenn es um den perfekten Garpunkt von Grillgut geht. Das Digitalthermometer aus dem deutschen Unternehmen Gefu zeigt Temperaturen von -40 bis +200 Grad exakt an und gibt innerhalb von zehn Sekunden auf seiner digitalen Anzeige verlässlich darüber Auskunft, ob das Steak am Grillrost bereits medium ist. Für Ungeübte, aber auch für Kontrollfreaks, die es trotz des richtigen Gespürs genau wissen wollen.

Fazit: Schlicht, smart, gut
Idee: Sehr gut
Stabilität/Material: Sehr gut
Nützlichkeit/Handhabung: Sehr gut
Reinigung: Sehr gut



Grillbesteck

€ 44,99
www.weberstephen.at
Jeder Grillmeister hat es, jeder braucht es: Grillbesteck. Lifestyle-Griller-Erzeuger Weber hat gleich ein ganzes Sortiment an Spezialwerkzeug parat (da fehlen auch Würstchen- und Spitzzange, Fischwender und Pizzaheber nicht). Vergleichsweise simpel aber unverzichtbar: das klassische „Einsteiger-Set“ aus drei Teilen. Zange, Wender und Gabel aus Edelstahl. Rund 43 Zentimeter Gesamtlänge und Silikonüberzüge am Griff schützen vor Verbrennungen; die Rillen auf der Unterseite gewährleisten, dass das Werkzeug nicht rutscht. Die Zange lässt sich mit einem Zug an der Aufhängevorrichtung verriegeln und platzsparend verstauen. Die Griffe liegen gut in der Hand, das Besteck ist gut verarbeitet, wirkt robust und langlebig. Geschmackssache ist, ob man die Grillgabel wirklich braucht und sich damit über große Teile wie Braten hermacht, oder ob sie eher herumliegen wird. Dann nämlich investiert man besser in das kompakte Zweier-Set bestehend aus Wender und Zange.

Fazit: Ein Werkzeug, dass den Praxistest mit Bestnoten besteht.
Idee: Sehr gut
Stabilität/Material: Sehr gut
Nützlichkeit/Handhabung: Sehr gut
Reinigung: Sehr gut



Fischhalter

29,95 Euro
www.roesle.at
Wirkt auf Anhieb wie ein Folterinstrument: Tatsächlich handelt es sich bei dem gerade einmal 31 cm langen Konstrukt aus Edelstahlum einen Fischhalter, auf dem man kleine, schmalgebaute Fische wie Saibling oder Forelle entweder auf dem Bauch (zwei mitgelieferte Bügel werden dazu aufgesteckt und der Fisch hineingelegt) oder auf dem Rücken (die Bügel werden eingehängt) liegend positionieren kann. Ist das Grillgut einmal da, wo es hingehört, wird die vorerst etwas wackelige Angelegenheit (die Bügel stehen oder hängen ohne Fixierung auf oder in den Rillen) überraschend stabil. Praktisch: Die Haut des Fisches (superknusprig!) vereint sich nicht mit dem Rost. Problematisch wird’s aber am
Ende der Garzeit, wenn es darum geht, das Flossentier aus dem Fischrack zu heben. Wer nicht mit Geduld und Fingerspitzengefühl arbeitet, hat final einen in seine Einzelteile zerlegten Fisch am Teller.

Fazit :Zugegeben, ein etwas eigenwilliges Konstrukt, aber das Prinzip funktioniert.
Idee: Sehr gut
Stabilität/Material: Gut
Nützlichkeit/Handhabung: Gut bis befriedigend
Reinigung: Sehr gut



Marinadenspritze

15,95 Euro
www.roesle.at
Ein respekteinflößendes Tool, das bei einigen Testern mit Erinnerungen an die letzte Blutabnahme oder an so manchen Psychothriller nicht unbedingt
positive Assoziationen hervorruft. 50 Milliliter Maximalflüssigkeit nimmt der Kunststoffkorpus der Marinadenspritze auf, mit der man Geflügel und andere Fleischsorten besonders saftig und würzig werden lässt. Kann man praktisch finden oder nicht. Ein Vergleich macht sicher: Injiziert man die Marinade, wird das Fleisch aromatischer als wenn es einfach nur darin eingelegt wird. Das Fleisch müsste deutlich länger im Marinaden-Saft liegen, um genauso zu schmecken wie nach der
Turboboost-Injektion.

Fazit: Ein Tool, das polarisiert, den Praxistest aber mit Auszeichnung besteht.
Idee: Sehr gut
Stabilität/Material: Sehr gut
Nützlichkeit/Handhabung: Sehr gut
Reinigung: Sehr gut



Grillkoffer 12 Pieces BBQ-Set

44,95 Euro
www.xd-design.com
Ein Produkt der niederländischen Designerschmiede XD, deren Entwickler sich schon allerhand Gedanken zu schönen und praktischen Dingen für den Alltag gemacht haben. Mit dem BBQ-Grillkoffer aus Aluminium decken Sie gleich mehr als nur den Bedarf nach Grillbesteck wie Zange und Wender ab. Enthalten sind in dem zwölfteiligen Set auch vier Maiskolbenhalter, vier Grillspieße, eine Grillgabel und ein Messer. Innen ist das Gehäuse mit Stoff bespannt, wobei die Verarbeitung alles andere als einwandfrei ist: An den Seitenrändern werden Kleber-Reste gesichtet, für eine Ecke wurde der Stoff nicht korrekt zugeschnitten – stattdessen sieht man den Untergrund. Jetzt aber zu den wahren inneren Werten: Das Besteck ist auf einer Seite mit Gummibändern fixiert und lässt sich am anderen Ende durch einen Klettverschluss einfach entnehmen. Mit 36 Zentimetern Länge bei Gabel und Wender sowie 35 Zentimetern Länge bei der Zange fallen die gewählten Maße des Edelstahl-Bestecks etwas klein aus. Auf einem Griller in konventioneller Größe kommt man damit zwar auch zurecht, praktisch ist das Rüstzeug aber nicht. Minuspunkte kassiert die Zange, die viel zu streng ist, nicht gut in der Hand liegt und während eines Grilldurchgangs zu Schmerzen in den Fingern führt. Als Flop erweist sich auch das Messer, das zwar Schärfe suggeriert, es aber nicht einmal mit Jungkarotten aufnehmen kann.

Fazit: Außen hui, innen ... naja.
Idee: Sehr gut
Stabilität/Material: Befriedigend
Nützlichkeit/Handhabung: Befriedigend bis genügend
Reinigung: Sehr gut