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Großer Fisch in kleinen Dosen

Thunfisch wird immer rarer, was letztlich auch die Dosen-Industrie nicht unbeeindruckt lässt. Die Thunfischdose, das einstige Studentenfutter, hat seinen Weg in Richtung Delikatesse schon beschritten. 
 

Text von Florian Holzer · Foto von Luzia Ellert

In Öl. Natur. Mit Gemüse. Das waren die drei Fragen des Thunfisch-Universums im vergangenen Jahrtausend. Der Name des Herstellers war egal, weil es ohnehin nur „Vier Diamanten“ gab, und nach so etwas wie Herkunft, Gattung und Fangmethode zu fragen, wäre bei dieser geschmacklich zwar eindeutigen, sonst aber eher obskuren Melange aus gekochtem Fisch und neutralem Pflanzenöl niemandem in den Sinn gekommen. Thunfisch war Dosenthunfisch, der kam auf den Toast, in den Salat, später dann ins Tramezzino oder in den Mixer und aufs dünn geschnittene Vitello, wie Thunfisch außerhalb der Dose aussah, wusste man höchstens, wenn er auf der Thunfischdose abgedruckt war. Aber er schmeckte auf der ganzen Welt gleich, das beruhigte, und das reichte eigentlich auch
irgendwie.

Dass man in Österreich eher Glatt- und Steinbutt voneinander unterscheiden kann als sich das Bild eines Thunfischs vor der Verdosung zu imaginieren, ist aber kein Wunder, schließlich kommt dieser Fisch – der weltweit zu den wichtigsten Speisefischen zählt und in unseren Breitengraden mit elf Prozent Marktanteil unmittelbar nach dem Lachs auf Platz vier rangiert – kaum frisch und schon gar nicht als ganzes Stück in unsere Kühlregale. Die massiven Quader roten Fisch-Muskels, die die Vitrinen prestigeträchtiger Fischhändler dieses Landes zieren, wirken eher wie Dekoration, wie eine recht kostspielige Dekoration freilich.

Thunfisch ist natürlich nicht gleich Thunfisch. Der schönste, größte und beste seiner Art, der Bluefin Tuna alias „Großer Roter Thunfisch“ ist durch Überfischung so sehr in seinen Beständen bedroht, dass die Weltnaturschutz-Organisation IUCN ihn auf die Rote Liste der akut bedrohten Tiere setzte. Nur mehr sechs Prozent der ursprünglichen Bestände dieses Fisches existieren im Ostatlantik und im Mittelmeer, zahlreiche Memoranden, Schonzeiten und Fangbeschränkungen existieren zwar, greifen aber – wie Umweltschutzverbände kritisieren – zu kurz oder überhaupt ins Leere. Was nicht zuletzt mit dem ungeheuren Marktwert dieses Fisches zusammenhängt, der in erster Linie aus der enormen Nachfrage in Japan resultiert. Im Jänner 2013 wurden dort bei einer der traditionellen Thunfisch-Versteigerungen am einzigartigen Tokioter Fischmarkt Tsukiji 155,4 Millionen Yen für einen 222 Kilo schweren Bluefin gezahlt, das sind 1,4 Millionen Euro oder 6.300 Euro pro Kilo Fisch inklusive Kopf, Haut und Knochen.

Dieser Preis ist natürlich sogar in Japan recht unrealistisch und wurde nicht zuletzt zu PR-Zwecken des Ersteigerers – er ist Besitzer einer Restaurantkette – bezahlt. Aber die Tatsache, dass trotz der massiven Präsenz des Thunfischs in jedem Land der Welt etwa 85 Prozent allen weltweit gefangenen Thunfischs nach Japan geht, macht einem die Dimensionen des Faktors Thunfisch ein bisschen deutlich.

Okay, die Japaner essen ihren Maguro, Toro und O-Toro roh, wir essen ihn in der Dose, und das ist in den allermeisten Fällen Yellowfin Tuna, auch als Ahi bekannt, eine etwas kleinere Gattung, die in tropischen und subtropischen Meeren vorkommt und einstweilen nur als einigermaßen gefährdet gilt – was angesichts einer Vervierfachung der Fänge (1,13 Millionen Tonnen im Jahr 2006) in den vergangenen fünfzig Jahren aber natürlich auch nur eine Frage der Zeit sein dürfte.

Eine Methode, die sinkenden Bestände einerseits zu schonen und die enorme Nachfrage andererseits ökonomisch zu verwerten, ist die Aquakultur. Nein, Thunfisch lässt sich nicht züchten, zumindest ist das bisher erst in ganz wenigen Fällen gelungen und sehr aufwendig, Thunfische sind extrem wählerisch, was Zeitpunkt, Temperatur und Ort der Ei-Ablage betrifft. Weshalb man einen Mittelweg wählt und Thunfische lebendig zu fangen versucht und sie dann zur Mast in Aquakulturen steckt, was aber natürlich nur das Gewicht des einzelnen Fisches erhöht und ihn für den japanischen Markt wertvoller macht, die Zahl der Fische wird auf diese Weise nicht gesteigert. Abgesehen davon hat die Thunfisch-Mast wie jede andere Aquakultur ihre System-immanenten Nachteile, etwa den Umstand, dass man für ein Kilo Thunfisch 15 bis zwanzig Kilo Makrelen verfüttern muss, was das ökologische Gleichgewicht auch nicht gerade in die Balance bringt. Gar nicht zu sprechen davon, dass der Thunfisch als einziger Fisch teilweise endotherm funktioniert, also seine Körpertemperatur selbst regeln kann – dazu ist aber einerseits viel Futter und andererseits viel Bewegung notwendig, die in den bis zu 50 Meter tiefen Netzkäfigen kaum möglich ist. Rund um Malta, wo man sich in den vergangenen Jahren auf diese Methode spezialisiert hat, ist die Thunfisch-Mast jedenfalls ein großer Hoffnungsmarkt, sieben bis zehn Millionen Euro schwere Zuchtstationen sind für die felsige Insel im Mittelmeer, an der die Thunfischschwärme bei ihrem Weg vom Atlantik durch Gibraltar ins warme Mittelmeer vorbeiziehen und die sonst über keinerlei Ressourcen verfügt, ein zugkräftiges Argument.

Dass gemästete Thunfische in die Dose kommen, ist freilich unwahrscheinlich, die landen eher unter den Messern der Sushi-Meister in Japan, den USA und Europa. Was aber nichts daran ändert, dass jene Entwicklung voranschreiten wird, die schon jetzt festzustellen ist: Auch Thunfisch in der Dose wird an Wert gewinnen, und zwar nicht nur aufgrund seines höheren Preises einfach teurer werden, sondern dieser höhere Preis der Rohware wird vielmehr der Anlass sein, die Qualität der Verarbeitung zu steigern.

Das fällt auch schon beim derzeit erhältlichen Sortiment stark auf: So etwa wurde Nachhaltigkeit zum Thema, mit dem die Dosen ihren gestiegenen Preis zu rechtfertigen versuchen, also Delphin-schonend gefangen (nicht mit Treibnetzen) oder sogar mit der Hand geangelt – was jetzt idyllischer klingt, als es in Wahrheit ist, tatsächlich vermeidet diese Fangmethode aber Überfischung einerseits und gilt qualitativ als die beste Methode, da qualitätsminderne Quetschungen und Verletzungen der Fische vermieden werden.
Weiters kann man natürlich auch beim Öl enorm viel verbessern. Hochwertiges, aber verhältnismäßig neutral schmeckendes Öl ist mittlerweile beinahe Standard, die Range reicht hier aber bis zum kalt gepressten Bio-Olivenöl extra vergine. Was gerade bei geschmacklich zarteren Thunfischen wie dem Bonito del Norte vielleicht nicht gerade die subtilste aller Marinaden darstellt, aber der Markt funktioniert eben nicht immer nur nach rationalen Kriterien.

Und apropos Bonito: Der kommt augenblicklich ganz stark. Was einerseits daher rührt, dass dieser kleine Thunfisch-Verwandte (in Wirklichkeit ist der Bonito eigentlich kein Thunfisch, aber da wollen wir mal nicht so sein) im Golf von Biskaya und vor Afrika noch in beruhigenden Ausmaßen vorkommt und sich dort auch recht flott fortpflanzt; andererseits weiß man gerade in den Konservenfabriken Galiciens und Portugals seit Generationen, mit diesem köstlichen Fisch meisterlich umzugehen. So werden Bonitofilets dort oft auch händisch zugeschnitten und in die Dosen gelegt, was natürlich für eine ganz andere Optik sorgt, als wenn die Maschine den Tonno da ins Blech stanzt. Hat halt seinen Preis. Auch die Verpackung einzelner Bonitostücke ist eine Erfindung der Edel-Konservisten von der Atlantikküste des iberischen Subkontinents, Ventresca, dieses besonders feine, etwas fettere Stück mit dem zartkernigen Biss von der Bauchseite etwa oder auch das Nackenstück namens Cogote – Backerl, Keule und Fledermaus vom Bonito sind offenbar nur mehr eine Frage der Zeit.

Bis sich nämlich Gastronomen finden, die das dann entsprechend appetitlich und anregend präsentieren. In Spanien gibt es sie schon, etwa das legendäre „Quimet y Quimet“ in Barcelona, wo die besten Konserven Spaniens (und damit der Welt) – Fische, Mollusken und kantabrische Schalentiere aller Art, Seesterne, Schnecken und baskische Gemüse – nicht nur die Regale bis zur Decke füllen, sondern auch zu überirdischen Tapas drapiert werden, die unglaublich gut zu einer Flasche Cava oder dem Quimet y Quimet-Hausbier passen; oder natürlich die unsagbar herrlichen Pintxos Bars in San Sebastian, von denen man zum Beispiel die „Bar Txepetxa“ nur hymnensingend beschreiben kann; oder das „Sol & Pesca“ in Lissabon, in dem in Fischerei-Dekoration wunderbare Kleingerichte aus den besten Produkten portugiesischer Conserveiras gebastelt werden.

In Wien gibt es immerhin Ignacio García Vicente, der seit zwei Jahren einen kleinen Laden in der innerstädtischen Vorlaufstraße besitzt, in dem man die derzeit interessantesten spanischen Weine sowie Hervorragendes aus Fleisch und Fett iberischer Schweine erwerben und vor Ort genießen kann. Und eben Konserven. Die sich da malerisch schlichten, auch für des spanischen Konserven-Universums unkundige Menschen gut erklärt sind und vor allem die schiere Lust erwecken, an einem Ring zu ziehen und dem metallenen Gehäuse sein köstliches Herz zu entschlürfen. Kann man hier machen, man sucht sich aus, was einen gerade anlacht, und bekommt das Innenleben der spanischen Dosen dann als adretten Salat oder aufgewärmt serviert, je nachdem. Ventresca de Bonito komme bei den Leuten übrigens recht gut an, so Ignacio, vor allem die Verpackung in Gläsern erweise sich als sehr beliebt (Ignacio García Vicente ist Gentleman und sagt daher natürlich nicht, dass der Blickkontakt mit dem Inhalt der Edelkonserve in Österreich vorteilhaft ist …). Und gemeinsam mit knusprigem Weißbrot ist das dann eigentlich gar nicht so etwas anderes als der Thunfisch-Toast von früher. Aber nur nominell, effektiv natürlich schon.

A
Serrats, Ventresca Bonito    8,1
So geht Thunfisch. Serrats ist eine kleine, 1890 gegründete Firma im Golf von Biscaya, die sich von Anfang an der Top­qualität verschrieben hat und der handwerklichen Herstellung auch treu blieb, nachdem der Betrieb vor zehn Jahren modernisiert wurde. Ventresca ist der Name des Bauchlappens des Thunfischs, vom Volumen her eher schmal, aber dafür von ­unvergleichlich kernigem Biss. „Wächserne Struktur, Umami-Note, fett, cremig, mürb – Wahnsinn“, „saftig, nuancenreich, Öl schön eingebunden, Fisch pur“, „sehr schöne Stücke, ­geschmacklich top“, „hell-aromatisch, seidige Zartheit“.
120 g/€ 8,90 bei Ignacio, Salztorgasse 7, 1010 Wien
Tel.: 01/922 08 51,
www.ignacio.at

Los Peperetes, Ventresca de Bonito    8,1
Und ebenfalls am ersten Platz ein weiterer Vertreter der ­Gattung Ventresca de Bonito, und zwar das mit Abstand teuerste Produkt der Verkostung. Jesús Lorenzo gründete seine Dosenfabrik erst 1990, allerdings mit der Ambition, die besten Fischkonserven der Welt zu machen, und zwar indem er ­einfach die besten Meeresfrüchte der galizischen Rias-Fjorde verwendet. Übung geglückt, muss man sagen, die Peperetes-Ventresca ist „extrem schön definiert, feine Muskelstücke, Öl etwas dominant, aber extrem gut“, „guter Biss“, „weich, saftig, intensiv, harmonisch, Öl mit leicht zitronigem Ton“, „fein!“.
150 g/€ 18,99 bei Wein & Co,
www.weinco.at

B
Marino, Pinna Gialla Ventresca    7,9
Und noch einmal Ventresca, diesmal allerdings vom Gelbflossen-Thunfisch, in Spanien gefangen und per Hand in die Dose geschlichtet, allerdings unter italienischem Etikett verkauft (was in diesem Fall völlig egal ist). „Grandiose Saftigkeit, wahnsinnig schöne, große, exakte Stücke, fein wächserne Aromatik, toller Thunfisch“, „Geschmack und Struktur vom Feinsten“, „fischig im positivsten Sinn“, „aromatisch“, „tolle Stücke, intensiv, sehr schön“.
280 g/ € 14,90 bei Gourmet Cornelius, Schulerstraße 21,
1010 Wien, Tel.: 01/513 07 70,
www.gourmetcornelius.at

C
Ortiz, Bonito del Norte en Aceite de Oliva    7,6
Die Firma Ortiz aus San Vicente de la Barquera ist ein alter Bekannter in Österreichs Feinschmecker-Kreisen (bei unserer Verkostung 2002 erzielte dieses Produkt 7,5 Punkte) und einer der wesentlichen Anbieter von Bonito del Norte-Konserven. Die Verpackung im Glas begünstigt die Unversehrtheit der Stücke, „schöne, feste Filets, muskulöse Struktur, zart­nussiger Geschmack, feine Krokant-Note“, „idealtypisch“, „schöne, feste Stücke, schmeckt etwas nach Sardine“, „­typisch“, „erwartbar, aber vorbildlich“.
220 g/€ 9,99 bei Wein & Co,
www.weinco.at

D
Ortiz, Atun Claro en Aceite de Oliva    7,3
Die Variante mit Gelbflossen-Thunfisch unmittelbar dahinter gereiht, womit – wie auch schon bei Marino auf Platz 3 – deutlich wird, dass Yellowfin keineswegs Junkfood sein muss. Gefangen wird der Thun für die Ortiz-Konserven mit einem Gewicht von maximal 30 Kilo, dadurch sind die Stücke zart. „Riesige, marmorfarbene Stücke, klassischer Tonno in Idealform, saftig, köstlich und wunderschön“, „etwas grobfaserig“, „feste Konsistenz, gutes Fischaroma, Öl gut eingebunden“, „zart rauchig, Textur feinfaserig, saftig, zartbittere Noten“.
220 g/€ 8,99 bei Wein & Co,
www.weinco.at

D
Serrats, Cogote Bonito    7,2
Ein weiteres, extrem interessantes Produkt von Serrats, nämlich Cogote, ein Teil zwischen Rücken und Kopf, gewissermaßen Schulter und Genick. Serrats ist der einzige, der dieses Stück separat abfüllt, nicht umsonst, wie der Test ergab: Sieht aus wie Hühnerfleisch, schmeckt auch ein bisschen so, eher neutral, aber dennoch ziemlich fein“, „schöne Stücke, aber etwas trocken“, „fleischig, salzig, fest“, „sehr helles Fleisch mit leichten Mais-Aromen, elegantes, feines Produkt“.
120 g/€ 7,59 bei Ignacio, Salztorgasse 7, 1010 Wien
Tel.: 01/922 08 51,
www.ignacio.at

E
Billa Corso, Weißer Thunfisch in Olivenöl    7,1
Der Bonito aus dem Supermarktregal – hier allerdings das mit Abstand teuerste Produkt aus dieser Quelle. Mit Angelrute und Schleppangel in Spanien gefangen, somit nachhaltig, der Hersteller wird am Glas leider nicht vermerkt, das Fanggebiet allerdings schon: FAO 81, das ist der Südwestpazifik. „Schön, weiß, sieht aus wie Hühnerfilet, zartfruchtiges Öl, neutral“, „sehr gute Konsistenz, fruchtig-pfeffrige Öl-Noten“, „ok, mehr nicht“, „angenehm weich, gutes Öl“, „unaufregend, leicht ­pikant am Schluss, gute Konsistenz“.
140 g/€ 4,99 bei Billa Corso,
www.billa.at

Albert Ménès, Thon blanc, h. d’olive vierge extra    7,1
Auch der Delikatessen- und Gewürz-Guru aus Paris-Colombes, der schon die Jahrgangs-Sardine erfand, weiß, wie man Thunfisch macht: Der Germon/Bonito wird im Süden Irlands und im Golf von Gascogne gefangen und in der Bretagne mit Extra-Vergine-Olivenöl eingedost. „Saftig, mürbe, faserig, hochfärbiges Olivenöl, halt auch aromatisch sehr dominant“, „Öl vordergründig, aber sehr gut, sehr schöne Konsistenz, saftig, frisch“, „dunkles Öl, erinnert an Hühnerklein“, „wirkt frisch und saftig, Textur fest und mürb zugleich, Olivenöl ­dominiert“.
160 g/€ 7,99 bei Meinl am Graben, Graben 19, 1010 Wien
www.meinlamgraben.at

F
Casa Bruna, Filetti di Tonno    6,9
Im großen Glas bleiben die Stücke natürlich besonders schön und unversehrt, wie sich auch bei diesen Filets des italienischen Produzenten Casa Bruna aus Ligurien zeigt. „Fantastische Optik, tolle Stücke, spektakuläre Größe, etwas fürs Auge; das Öl dominiert, zitrusfruchtig, grasig“, „helles Fleisch, schöner Biss, gute Optik, zitroniges Öl dominiert“, „gute Struktur“, „bissfest, angenehme Säure“, „trocken“, „Duft von gekochten Meeresfrüchten, angenehmes Mundgefühl“.
400 g/€ 13,90 bei Eishken Estate, Großgrünmarkt Inzersdorf, Halle A2, 1230 Wien,
Tel.: 01/889 37 33,
www.eishken.at

G
Schenkel, Thunfisch in Olivenöl     6,6
Der Thunfisch des heimischen Feinkost-Konservenspezialisten. Gefangen im mittleren Ostatlantik, sonst verrät das Glas nicht sehr viel. „Fettes, großes Stück, cremig, weich und fein, ­letztlich aber recht neutral, sehr wenig Salz“, „fast cremig, wenig Eigengeschmack“, „fad, weiche Konsistenz, wenig Geschmack“, „kompakt-saftige Textur, milder Geschmack, elegant“.
200 g/€ 9,69 bei Meinl am Graben, Graben 19, 1010 Wien
www.meinlamgraben.at

H
Marino, Atun Claro en Aceite de Oliva    6,2
Die „Normalversion“ des Marino-Edelthunfischs, gefangen und verarbeitet in Nordspanien. „Große, schöne Stücke, zartnussiges Öl, feine Vanillenoten; sehr gute Optik“, „sieht aus wie richtiger Fisch, schöne, große Stücke, etwas salzig“, „festes Fleisch, etwas salzig, aber okay“, „­helles Fleisch, sehr frischer Eindruck“.
200 g/€ 5,80 bei Gourmet Cornelius, Schulerstraße 21, 1010 Wien,
Tel.: 01/513 07 70
www.gourmetcornelius.at

I
Serrats, Bonito del Norte    6
Die Standardausführung des Serrat-Bonitos, „schön, weißer Marmor, eher al dente – eher nur schön, schmeckt nach wenig“, „sehr mild, eher undefiniert, schmeckt nach Hühnchen“, „ungewürzt, Chicken-Nuggets“, „hart, wirkt
gepresst“.
227 g/€ 8,20 bei Ignacio, Salztorgasse 7,
1010 Wien, Tel.: 01/922 08 51,
www.ignacio.at

J
Rio Mare, all’Olio di Oliva MSC    5,7
Kevin Costner wirbt für den italienischen ­Thunfisch-Multi und interessanterweise gibt’s
den Jausen-Thunfisch jetzt auch schon mit MSC-Siegel – und der ist eindeutig besser als der ohne. „Rotgraue Farbe, salzig, appetitlich“, „etwas ­bröselig“, „wirkt saftig, schöne Stückung“, „­geschmacklich ausbalanciert, schmeckt okay“.
160 g/€ 3,19 bei Billa Corso,
www.billa.at

K
Medusa, Tonno all’olio d’oliva    5,5
Klassischer Tonno aus der Dosenfabrik in Bologna, woher der Fisch kommt, wird verschwiegen, immerhin wurde er Delphin-schonend gefangen: „eher neutral und trocken, leichte Mole-Note“, „angenehm ölig, riecht und schmeckt nach Fisch“, „eigenartiger Muschel-Ton“, „typische Fisch-Note, kompakt, elastisch“.
115 g/€ 5,99 bei Meinl am Graben, Graben 19, 1010 Wien,
www.meinlamgraben.at

L
Pan do Mar, in Bio-Olivenöl    5,1
Der bestplatzierte Bio-Thunfisch, wobei im Regal darauf hingewiesen wird, dass der Fisch nicht zertifiziert ist (Wildfang), sondern nur das Öl. Die Informationsdichte über Fanggebiet, Zertifikate, Menge und Herkunft der Fischer (Senegal) ist ­allerdings schon etwas übertrieben, erstaunlich, dass aber nur im Subtext erwähnt wird, dass es sich um Bonito handelt. „Olivenöl dominant, Fisch ist nur Trägersubstanz“, „gut, aber Öl herrscht vor“, „sehr gutes Öl“, „Öl dominiert, aber geschmacklich ausgewogen“.
120 g/€ 2,79 bei Denn’s Biomarkt, Lindengasse 13–15, 1070 Wien,
Tel.: 01/522 53 12
www.denns-biomarkt.at

M
Ferrer, Lomos de Bonito    5
„Weiß und eher Thunfisch-Haschee, mild gesalzen, angenehmer Biss, harmonisch“, „kein Geschmack, aber schöne Optik“, „Catfood“, „schmeckt nur nach Öl“,
„matschig, ölig“.
225 g/€ 9,69 bei Meinl am Graben, Graben 19, 1010 Wien,
www.meinlamgraben.at

N
Herpac, Lomo de Atun Rojo    4,8
Eines der interessantesten Produkte der Verkostung, nämlich die einzige Bluefin-Konserve. „Riesige dunkelbraune Stücke, saftig und mürbe, erinnert geschmacklich aber eher an Makrele oder Hering, untypisch“, „dunkles, festes Fleisch, sehr fischig, Geschmackssache“, „Paprikafisch“, „groß, erinnert an Rindfleisch“, „unverkennbar Thunfisch, authentischer Geruch, feinfaserige Struktur, erinnert insgesamt an Rindsleber“.
320 g/€ 17,90 bei Eishken Estate, Großgrünmarkt Inzersdorf, Halle A2, 1230 Wien
Tel.: 01/889 37 33,
www.eishken.at

O
Connétable, Weißer Thunfisch (MSC)    4,6
Der Bonito des französischen Edel-Konservisten. „Weiß, trocken, wird im Mund immer mehr, etwas metallischer Geschmack“, „­gatschig, Katzenfutter“, „mehlig“, „trocken, neutral, unangenehm“.
150 g/€ 9,99 bei Meinl am Graben, Graben 19, 1010 Wien,
www.meinlamgraben.at

P
Rio Mare, Tonno all’Olio di Oliva    3,9
Die Normalversion des Kevin Costner-­Tonnos ohne MSC-Nachhaltigkeits-Siegel und ohne erkennbare Information, woher
die Fische stammen: „salzig, völlig zerstörte Konsistenz, Thunfischbrei, Salzattacke“, „Salz und Öl“, „Salz lenkt vom Pappen­deckel-Geschmack ab“.
160 g/€ 2,89 bei Billa Corso,
www.billa.at

Q
Jose Gourmet, Filetes de Atum Em Azeite    3,3
Bedauerlich schlecht platziert, denn dieser Thunfisch des portugiesischen Edel-Konservisten ist mit seinen geschmackvollen Künstler-Verpackungen (Yara Kono) sicher der hübscheste im Bewerb. Und das Olivenöl ist bio: „trocken, irgendwie unfrisch, leicht bitter und etwas seltsam“, „gute Konsistenz, aber unangenehm aufdringliches Öl, „­Fehlton, unangenehm“, „säuerlich“.
125 g/€ 8,90 bei Marco Simonis Bastei 10 Dominikanerbastei 10, 1010 Wien
Tel.: 01/512 20 10,
www.marcosimonis.com

R
Almare, Thunfischfilets in Sonnenblumenöl    3,1
Die billigste Dose des Bewerbs und der einzige Thunfisch in Sonnenblumenöl in dieser Verkostung, allerdings wurde keine Version mit Olivenöl angeboten: „salzig, ölig, so wie früher’“, „­wenig Feinheit, industriell“, „Säure und Metall“, „pappig, ausdruckslos“.
195 g/€ 1,39 bei Hofer
www.hofer.at

Vier Diamanten, Thunfisch in Olivenöl, MSC    3,1

Der langjährige Marktführer und Thunfisch unserer Kindheit wird mittlerweile auch mit MSC-­Siegel und diversen Nach­haltigkeits-Assets angeboten, „­geschmacklich interessant, aber eigenartig wässrig, etwas ordinör“, „gepresst, trocken, ­fleischig-käsig“, „gepresstes ­Dosenfleisch, wird im Mund ­immer mehr“, „trocken, pappig“.
160 g/€ 2,79 bei Billa Corso
www.billa.at

S
Fontaine, Echter Bonito, Angelfang, Bio-Olivenöl    2,4
Dieser Dosenthunfisch des deutschen Bio-Konservenerzeugers hat Einiges zu bieten: Bio-Olivenöl, Fang durch Handangel, Bonito-Filet, jede Menge Zerti­fikate und Entsprechung von ­Verordnungen. Schmeckte aber trotzdem nicht. „Schmeckt nur nach Olivenöl, viel gelbes Öl“, „kein Kommentar“, „übel“, „­grausam auf allen Linien“.
120 g/€ 3,19 bei Denn’s Biomarkt Lindengasse 13–15, 1070 Wien,
Tel.: 01/522 53 12
www.denns-biomarkt.at

T
Callipo, Tonno all’Olio di Oliva    2,3
Traditionelle Konservenfabrik in Kalabrien, spezialisiert auf Yellowfin Tuna und eigentlich mit hohen Qualitätsansprüchen. Die Probe ließ aber wenig davon erkennen, „Sägespäne, schlechtes Öl, komische Farbe, cheap“, „Öl übel“, „Industrieöl, faserig,
keine Struktur“, „ungenießbar, zerfällt“.
160 g/€ 1,99 bei Billa Corso
www.billa.at

Ignacio
Salztorgasse 7
1010 Wien
Tel.: 01/922 08 51
Mo.–Sa. 10–24 Uhr
www.ignacio.at