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Dauerbrenner

Wie man Brot am besten röstet, warum auch dunkles in krossem Zustand Suchtpotenzial haben kann und welche Toaster garantiert nichts anbrennen lassen.

Text vom Claudia Schemerl-Streben     Foto: stuartbur/GettyImages

Briten essen zum Frühstück Toast mit Bohnen, Speck und Spiegelei, Österreicher schmieren sich lieber Butter und Marmelade aufs Brot. Italiener greifen beim Aperitivo zu Crostini mit saftiger Paradeiser-Knoblauchauflage, Amerikaner zwischendurch zu prall gefülltem Bagel und Franzosen streuen sich Brotcroûtons auf ihren Salat. Der gemeinsame Nenner lässt sich in der hinterlistigen Kombination aus Fett und Röstaroma ausfindig machen, die von krosser Konsistenz und kurzem Biss begleitet eine Mischung abgibt, der man sich unmöglich entziehen kann.

Ein Suchtpotenzial, das sich auch Christian Mezera zunutze macht. Die Basis nahezu all seiner Gerichte kommt aus der hauseigenen Backstube, wird im angeschlossenen Shop verkauft oder im Bistro des nüchtern designten Konzeptlokals Joseph Genuss serviert, in dem Sorten wie Joseph-, Waldstaudenroggen- und Erdäpfelbrot – aus Natursauerteig und demeterzertifiziertem Getreide – auf der Karte zu finden sind. Das beginnt bei luftig-saftigem Josephbrot, das wie Bruschetta als große Scheibe getoastet wird, bevor der Küchenchef es mit ausgewählten Zutaten (etwa Mangalitza-Prosciutto, Rosmarinpfirsich, Feigenmarmelade und Pinienkerne) aus der Küche schickt, und geht mit Mezeras Version eines Clubsandwiches weiter, mit dem er neue Maßstäbe setzt und immer wieder aufs Neue den Rekord an Bestellungen vom Vortag bricht. Statt zu konventionellem Weißbrot greift er dafür zu dem in einer Kastenform gebackenen, saftigen Erdäpfelbrot mit Weißmohn, das er in großzügig portionierte Scheiben schneidet und für gute zwei Minuten auf den Kontaktgriller legt, dessen Platten ab 7 Uhr morgens auf 240 Grad aufgeheizt sind und bis Ladenschluss durchgehend glühen. Gefüllt werden die knusprig gerösteten Stücke mit gebratener Wildhendlbrust, die er mit Bergkäse gratiniert; würzige Paradeisersalsa, Räuchermayonnaise und Blattsenf sorgen dafür, dass das dreistöckige Gourmet-Sandwich nicht auseinanderfällt, wenn es gemeinsam mit Wildkräutersalat die Reise zum Gast antritt. Markante braune Röstspuren werden auch den buttrigen Brioche-Bagels verpasst, die als Burger-Buns im Einsatz sind und mit saftigen Laberln vom Galloway-Rind, süß-saurem Chutney, Asia­salaten und gereiftem Bergkäse am Teller landen. Dazu gibt’s derzeit Triple fries (Pommes frites nach Heston-Blumenthal-Methode: gedämpft und zweimal frittiert), „Pommes fritz“ können stattdessen aber ebenfalls geordert werden – sie stehen zwar seit kurzem nicht mehr auf der Karte, werden aber vehement und erfolgreich von Stammgästen eingefordert. Der verwirrende Name bezieht sich auf Bäckermeister Fritz, dahinter stecken frittenähnliche Stangen aus Erdäpfelbrot, deren vier Seiten nicht im Toaster, sondern in der Pfanne („trockene Pommes sind einfach nicht lustig“) ihre goldgelbe Farbe annehmen. Dafür wird auch nicht mit Öl gespart, „die Finger sollen ruhig fettig werden“, so der charismatische Rotschopf mit Chaos-Frisur.

Als multifunktional einsetzbare Sorte erwies sich das Waldstaudenroggenbrot, das sowohl durch Hitzeeinwirkung in der Pfanne als auch im Toaster an Geschmack gewinnt und eine knusprige Konsistenz annimmt. Vorausgesetzt es wurde am Vortag daran gedacht, es in Scheiben geschnitten auf Bleche zu legen, wo sie über Nacht trocknen können: „Da ganze Körner in dem Waldstaudenroggenbrot sind, ist es viel saftiger als die anderen Sorten und würde sonst picken bleiben.“ In Form von überlangen, gebratenen Sticks wird das Brot zu Frühstückskombinationen serviert, getoastet ist es Grundlage für tagesaktuelle Sandwiches, die auch über den Take-away-Tresen des Shops gehen. 25 Kilogramm Brot werden täglich von Küchenchef Mezera verarbeitet. Toastbrot befindet sich darunter (noch?) nicht, da es laut Inhaber Josef Weghaupt einen nachhaltigen Imageverlust durch die im Supermarkt erhältliche Industrieware erlitten hat. Den ortet auch Horst Felzl. „Es gibt nichts Schlimmeres als verpacktes, geschnittenes Weißbrot“, so der Bäckermeister, der drei Designerbäckereien in Wien betreibt, sich auf die Herstellung von toskanischem und apulischem Weißbrot (mit österreichischem Hartweizengrieß der Type SSS) spezialisiert hat und seit längerem mit drei französischen Weizenmehlsorten experimentiert. Während er sich nach und nach an die perfekte Zubereitung von traditionellem französischen Baguette herantastet, beschreibt er die Herstellung von Toastbrot als „simpel“. Dennoch verbannte er das Produkt für Jahrzehnte aus seinem Programm – mit den Preisen der Supermarktketten wollte er nicht mithalten. Vor drei Jahren aber fand eine für den Bäckermeister spürbare Bewusstseinsänderung beim Konsumenten statt: In der Filiale Pilgramgasse fragten erstmals wieder Kunden nach frischem Toastbrot und waren bereit, mehr für handwerklich produzierte Ware zu bezahlen. Felzl gab dem Wunsch nach und lieferte probeweise drei bis vier 1-Kilogramm-Blöcke – von denen man auch die Hälfte bestellen kann – aus. Mittlerweile werden davon jeden Freitag und Samstag fix 20 Stück produziert, auf die sich eine eingeschworene Fangemeinde stürzt.

Butter, hochwertige Margarine, Zucker und Malz bestimmen den feinen Geschmack des Weißbrots, das Felzl in ganzen Stücken und nicht vorgeschnitten verkauft, um eine längere Frische zu garantieren. Mindestens zwei Stunden Ruhezeit braucht der Teig, aus dem per Hand die Luft gestoßen wird, damit keine Löcher im Teig entstehen und er eine feinporige Konsistenz annimmt. Danach besetzt er für fast eine Stunde den Ofen (zum Vergleich: Felzls Toskanabrot benötigt lediglich 30 Minuten), wo der Teig in zweiteiligen, klassischen Kastenformen gebacken wird, die ihn von allen Seiten in seine Schranken weisen und damit in rechteckiger Gestalt entlassen, die beim Aufschneiden Scheiben von zehn mal zehn Zentimetern ergeben.

Erstehen kann man das flaumige Weißbrot bald nicht nur in Felzls Filialen, sondern womöglich auch an einem neuen Standort, der durch ein innovatives Projekt entstanden ist: Unter dem Motto „I Love Brot“, bei dem es um nachhaltige Abfallreduzierung geht, wurde unter der Leitung von Industrial Designerin Katharina Dankl mit einem Team aus den Bereichen Umweltbewertung, Ökobilanzierung, Social Design und Nachhaltigkeitsberatung ein Plan ausgeheckt, was man mit dem Brot anfangen kann, das nach Ladenschluss übrig bleibt. Nach eineinhalb Jahren Entwicklungsarbeit legten sie sich auf die Umsetzung von zwei Ideen fest: erstens die Herstellung von Brotchips, für die sich Sorten wie Nuss-, Sonnenblumen- und Kürbiskernbrot qualifizierten, deren Rezepturen bereits stehen und für die derzeit fieberhaft an der Verpackung getüftelt wird (die Chips sind ab diesem Sommer bei Felzl erhältlich); zweitens ein Brotautomat, aus dem man sich die tagesfrisch gebackenen Produkte nach der üblichen Ladenöffnungszeit auch mitten in der Nacht herausdrücken kann. Aufgestellt wird der Automat im Nischeneingang einer ehemaligen Filiale in der Schottenfeldgasse 88 – sie ist zugunsten der Backstubenerweiterung inklusive Expedit in die Lerchenfelder Straße/Schottenfeldgasse übersiedelt. Nachdem in den Felzl-Filialen abends die Lichter ausgehen, bestückt der Bäckermeister das Gerät, für das die umgebende Hausfassade mit Pop-Art-Illustrationen und launigen Sprüchen Werbung machen wird, mit Brot und Plundergebäck, das bis zum nächsten Morgen um 6 Uhr zu einem etwas günstigeren Preis als in der Bäckerei gekauft werden kann. Angedacht ist die Realisierung für Herbst. Mit etwas Glück für jene, die tagsüber nicht dazu gekommen sind, ist ab und zu auch ein Toastbrot drin. —

Toaster im Check
Sechs Toaster unterschiedlicher Hersteller wurden von vier Toast-Liebhabern und A la Carte-Autorin Claudia Schemerl-Streben einem Belastungstest unterzogen. Den Toaster Kitchenaid Advanced und das Modell kMix von Kenwood stellte das Wiener Fachgeschäft Cuisinarum (www.cuisinarum.at) zur Verfügung, die restlichen Geräte wurden beim jeweiligen Produzenten ausgeliehen. Der Test fand in mehreren Etappen statt; bei allen Durchgängen wurde ausschließlich eine Toastbrotsorte (eines österreichischen Backwarenherstellers) mit 8 mal 8,3 Zentimetern und einer Scheibendicke von 1,3 Zentimetern ­verwendet. Subjektiv bewertet wurde in den Kategorien Nützlichkeit/Funktionalität (Bräunungseinstellung, Toastzeit und -ergebnis), Handling, Stabilität (Bodenhaftung) und Sicherheit (Verletzungsgefahr).



Kitchenaid

€ 299,–
www.kitchenaid.com

Stylish wie man es vom amerikanischen Hersteller Kitchenaid gewohnt ist, kommt der Toaster Artisan aus Aluminiumdruckguss daher. Wie auch schon bei anderen Geräten dieser Linie gilt: Die Küche muss groß sein! Selbst das getestete Modell mit „nur“ zwei Schlitzen (erhältlich ist der Toaster auch mit vier Toastkammern) hat einen hohen Platzanspruch. Die Toastschlitze sind mit vier Zentimetern extrabreit – wer will, schneidet dementsprechend dicke Brotscheiben auf oder versenkt Bagelhälften, für die sogar eine eigene Funktion (nur eine Seite wird geröstet) programmiert ist. Der Toaster verfügt ­zusätzlich über eine Auftau- und eine Sandwichfunktion (eine eigene Zange ist im Paket inkludiert). Mit einem Regler lassen sich sieben Bräunungsstufen einstellen. Hat man sich für eine entschieden, werden die eingelegten Toastscheiben automatisch mittels Lift in den Bauch des Gerätes transportiert. ­Begleitet wird der Start des Transports von einem Signal, das man von Fahrstuhlfahrten kennt. Stufe 1 bringt einen weißen Toast mit leichter Krossheit hervor, der zweite Durchgang sorgt bei selber Bräunungseinstellung für ­denselben Effekt. Nach einer Abkühlphase entscheidet sich das Testteam für Bräunungsstufe 4. Das Ergebnis nach rund 1:50 Minuten: ein zarter Goldbraun-Ton auf der einen Scheibenseite und eine minimale Bräunung auf der anderen Seite. Beim zweiten Durchgang hievt das Gerät seine Fracht mit 10 Sekunden automatisch verkürzter Röstdauer in die Höhe: Das Bräunungs­ergebnis bleibt gleich, beim dritten Durchgang (und einer Röstzeit von rund 1: 25 Minuten) nimmt auch die zweite Toastseite Farbe an – sie ist weiß-goldbraun gescheckt. Für alle Durchgänge gilt: Eine Toastscheibenseite nimmt mehr Farbe an als die andere; der Röstvorgang führt somit nicht beidseitig zu einem gleichmäßigen Ergebnis. Aber: Die Bräunungseinstellung hält, was sie verspricht: Das Gerät reduziert automatisch die Toastdauer, ­reagiert damit auf bereits aufgeheizte Toastkammern und sorgt damit auch bei mehreren Durchgängen für nahezu idente Ergebnisse. Plus: Entnimmt man die Toastscheibe nicht, wird sie nach 45 Sekunden automatisch wieder in die Tiefe versenkt und für weitere 3 Minuten warm gehalten, ohne dass der Toast verbrennt. Während des Röstvorgangs kann die Fracht zur ­Kontrolle angehoben werden, ohne dass der Prozess unterbrochen wird.

Fazit Groß, langlebig, effizient

NÜTZLICHKEIT/FUNKTIONALITÄT: SEHR GUT BIS GUT
HANDLING: SEHR GUT
STABILITÄT: SEHR GUT
SICHERHEIT: SEHR GUT
LEISTUNG: 1.250 WATT
EXTRAS: BAGELFUNKTION, COUNTDOWNFUNKTION



Kenwood

€ 69,95
www.kenwood.com

Gleich in fünf unterschiedlichen Farben (Grau, Limette, Rot, Schwarz, Weiß) ist das Modell kMix erhältlich, das vom Testteam für seinen ­Auftritt sofort Sympathiepunkte kassiert. Von vorne vorerst als schlanke Erscheinung wahrgenommen, erkennt man auf den zweiten Blick, dass man es bei dem Pop-up-Toaster mit einem Gerät zu tun hat, das ordentlich in die Breite geht. Mit einem etwas sperrigen Hebel lassen sich zwei Toastscheiben in den Schlitzen (rund 3,5 Zentimeter breit) versenken, ­begleitet wird der manuelle Vorgang von einem unangenehm quietschenden, kratzigen Geräusch. Mit einem Drehknopf lassen sich Bräunungs­stufen von 1 bis 5 einstellen; ausgestattet ist der Toaster auch mit einer Auftaufunktion. Brösel fängt eine Schublade am Geräteboden auf – herausgezogen werden kann sie mit einem soliden Griff aus Chromstahl.

Im Paketumfang enthalten ist ein Wärmeaufsatz, der sich auf die Toast­kammern setzen lässt und überraschend stabil darauf steht. Um Toastscheiben aufzuwärmen, legt man sie auf den Aufsatz und aktiviert den Aufwärmprozess – auf dem Aufsatz haben zwei Stück nur sehr knapp nebeneinander Platz (bei Toasts im XL-Format somit nur ein Stück). Rund zwei Minuten wärmt der Toaster die Scheiben auf, die dann tatsächlich warm und kross sind. Laut Hersteller eignet sich der Wärmeaufsatz auch als Toastscheibenhalter (6 Stück lassen sich darin transportieren). Die im Test verwendeten Toastscheiben stürzen allerdings durch die zu groß angelegten Schlitze in die Tiefe. Beim Toasten sorgt der korpulente Winzling für einen respektablen Output: Beim ersten Toastdurchgang entsteht (gewählte Bräunungsstufe: 4) zwar nach 2:40 Minuten ein nicht ganz regelmäßig verteilter Goldbraunton, dafür nehmen die Toastscheiben beidseitig Farbe an. Beim zweiten Durchgang und unveränderter Einstellung reduziert das Gerät die Röstzeit automatisch auf rund 2:12, die Toasts sind gleichmäßiger gebräunt; auch beim dritten und vierten Durchgang erzielt der Toaster ein einwandfreies Ergebnis, die Brotscheiben behalten ihre goldbraune Farbe. Plus: Man kann den Hebel, mit dem man das Brot in das Innere hinunterlässt, während des Röstvorgangs in die Höhe ziehen und damit den Bräunungsgrad des Toasts kontrollieren.

Fazit Pummel, der gefällt und einen nahezu mustergültigen Output erzielt

NÜTZLICHKEIT/FUNKTIONALITÄT: SEHR GUT BIS GUT
HANDLING: SEHR GUT BIS GUT
STABILITÄT: SEHR GUT
SICHERHEIT: SEHR GUT
LEISTUNG: 900 WATT



Magimix

€ 249,90
www.magimix.com

Der erster Eindruck: lässig! Der Toaster Vision macht mit seinen zwei doppelwandigen Panoramafenstern transparent, was in seinem Inneren passiert. Fast 40 Zentimeter lang ist das französische Fabrikat, das schon einige Preise in den Kategorien Design und Innovation abgeräumt hat. In seinem Bauch haben zwei Toastbrotscheiben locker nebeneinander Platz haben, aber auch aufgeschnittenes Baguette (entsprechend portioniert und selbstredend aufgestellt, um Verletzungen bei der Entnahme zu vermeiden). Vier Infrarot-Quarz-Stäbe sollen dafür sorgen, dass den in den Käfig gezwängten Scheiben gleichmäßig eingeheizt wird. Die Seitenwände bestehen aus poliertem Almuminiumguss, Front und Rückseite des Gerätes aus gebürstetem Edelstahl. Neben der Toastfunktion stehen eine Aufwärmfunktion, eine Bagel- und eine Auftaufunktion zur Verfügung. Beim ersten Durchgang wird der Bräunungsgrad 5 (von insgesamt 8) gewählt. Nach 1:54 Minuten nehmen die Scheiben leicht ­Farbe an, nach 2:52 Minuten beendet das Testteam den Bräunungsvorgang vorzeitig mittels Stopptaste; das Brot ist dunkel gebräunt und ersten Verkohlungsspuren nur knapp entgangen. Die optimale Bräunungsgrad-Einstellung für goldbraunen Toast findet das Testteam nicht: Die Einstellung 4 ergibt nach 2:35 Minuten einen mittelbraune Färbung mit gleichmäßiger Verteilung (besser als jene der Mitbewerber) auf beiden Toastbrotseiten. Bei einem unmittelbar darauf folgenden Durchgang mit niedrigerer Einstellung (Stufe 3) entlässt das Gerät die Scheiben nach 1:25 Minuten. Der Output ist zwar kross, sieht aber ziemlich blass aus. Stufe 3,5 führt zu einer zarten Tönung, die weit weg von Goldbraun ist. Die Tester stört es nicht: Immerhin lässt sich der Röstvorgang (bei entsprechend hoher Bräunungsgrad-Einstellung) aufgrund des beobachtbaren Innenleben mittels Knopfdruck abrupt beenden. Das bedeutet zwar auch, dass der Toaster unter Aufsicht stehen sollte, aber wegschauen will man bei diesem Gerät ohnehin nicht. Plus: Die getoasteten Scheiben lassen sich entnehmen, ­ohne dass man sich die Finger verbrennt (das Toastbrot ragt am Ende des Röstvorgangs fast zwei Zentimeter aus der Kammer heraus)

Fazit Formschöner Toaster, der aufgrund seiner Panoramafenster einzigartig ist, seinen Output nicht immer nach Vorgabe, aber dafür gleichmäßig gebräunt entlässt

NÜTZLICHKEIT/FUNKTIONALITÄT: SEHR GUT BIS GUT
HANDLING: SEHR GUT
STABILITÄT: SEHR GUT
SICHERHEIT: SEHR GUT
LEISTUNG: 1.450 WATT




Gastroback

€ 89,99
www.gastroback.de

Fünf Toastermodelle führt das deutsche Unternehmen im Sortiment. ­Darunter der Pop-up-Toaster Advanced, der über zwei Toastkammern (mit knapp vier Zentimeter Breite auch für Bagel und Burger-Buns geeignet) verfügt, hochwertig verarbeitet ist und äußerst robust wirkt. Das Eigen­gewicht von zweieinhalb Kilogramm macht den Kraftprotz mit ­einem ­Gehäuse aus gebürstetem Edelstahl stabil und sorgt für den nötigen Grip. Eine digitale Anzeige auf der Stirnseite zeigt die mit einem Drehknopf veränderbaren Röstgrade (1 bis 9) an. Auftau- und Aufwärmfunktion gehören ebenfalls zum Programm wie die obligate Brösellade und ­eine Stopptaste, mit der man den Röstvorgang vorzeitig beenden kann. ­Besonders macht das Modell die Möglichkeit, dass man aufgeschnittenes Gebäck (­sowie Burger-Buns oder Bagel) auch nur einseitig rösten kann, so dass die Innenseite Farbe annimmt, die trockenere Krustenseite aber nicht verbrennt. Für den ersten Toast mit Röststufe 5 benötigt der Toaster 2:30 ­Minuten. Plus: Am Display des Toasters kann man an einer Art Zahnrad, dessen Rädchen während des Toastvorgangs nach und nach verschwinden, erahnen, wie lange dem Toast noch eingeheizt wird. Einseitiges Rösten (auf Stufe 5) funktioniert einwandfrei: Der Toast ist auf einer Seite mittelbraun, auf der anderen gänzlich ungeröstet und trotzdem kross. Vier weitere Toast-Durchgänge auf Stufe 3 bringen konstante Ergebnisse. Von Vorteil ist auch, dass man den Bräunungsgrad der Toastscheiben während des Röstvorgangs kontrollieren kann, indem man den Einschalthebel nach oben schiebt und hält (Position „High Lift“), solange man den Toast begutachten will. Minus: Wird der Toastvorgang beendet, ertönt ein Signal, dass jenem einer Alarmanlage ähnelt und somit nur bedingt (bei längerer Nützung un-) erträglich ist.

Fazit Robust, praktisch, gut

NÜTZLICHKEIT/FUNKTIONALITÄT: SEHR GUT BIS GUT
HANDLING: SEHR GUT
STABILITÄT: SEHR GUT
SICHERHEIT: SEHR GUT
LEISTUNG: 960 WATT
EXTRAS: EINSEITIGES TOASTEN, COUNTDOWNFUNKTION



Philips

€ 39,90
www.philips.at

Der kleinste und leichteste Toaster im Test. Aufgrund seines Kunststoffgehäuses bringt das Gerät „Daily Collection“ nicht einmal an die 990 Gramm auf die Waage, ist aber mit rutschfesten Füßen ausgestattet, die für nötigen Halt sorgen sollen. Zwei Toasterkammern haben mit rund 3,7 Zentimetern Breite auch für dickere Scheiben Platz, ein Drehknopf ermöglicht die stufenlose Einstellung von
9 Röststufen. Wie bei den Mitbewerbern ist auch hier eine Auftau- und eine Aufwärmfunktion programmiert. Mittels Hebel zieht man die Scheiben ins Innere der zwei Kammern. Setzt der Nutzer bei diesem Vorgang allerdings etwas zu viel Kraft ein, macht sich das Leichtgewicht selbstständig und kippt nach hinten – eine ausreichende Bodenhaftung ist nicht garantiert. Freude bereitet der fragil wirkende Winzling allerdings beim ersten Röstdurchgang, für den die Bräunungsstufe 4 gewählt wurde. Nur 1:46 Minuten Röstzeit benötigt das Gerät und entlässt zwei Toasts mit mustergültiger goldbrauner Farbe. Entnehmen lassen sich die Scheiben, die in den Schlitzen untergehen, durch eine „Liftfunktion“, bei der man den Einschalthebel ein Stück nach oben zieht und so lange hält, bis man die Scheiben entnommen hat. Der zweite Röstvorgang (mit selber Bräunungsstufe) dauert nur noch 1:25 Minuten. Das Gerät entlässt Scheiben, die paradoxerweise eine Spur heller als die Erstversion sind. Bei einem dritten und vierten Durchgang wiederholt sich dieses Phänomen: Das Ergebnis bleibt zu blass und der Nutzer muss mit einer höheren Rösteinstellung korrigieren.

Fazit Winzling, der seine Eigenheiten hat

NÜTZLICHKEIT/FUNKTIONALITÄT: GUT
HANDLING: GUT
STABILITÄT: BEFRIEDIGEND
SICHERHEIT: BEFRIEDIGEND
LEISTUNG: 800 WATT




Cuisinart

€ 129,90
www.cuisinart.de

Allein schon aufgrund seiner massigen Statur schindet das Modell „Touch to Toast“ des französischen Herstellers ­Cuisinart auf Anhieb Eindruck. Der Toaster verfügt über vier Toastkammern (sie sind mit knapp 4 Zentimetern Breite großzügig angelegt), je zwei können separat voneinander genutzt werden, so dass auch unterschiedliche Bräunungsgrade eingestellt werden können. Zwei Displays zeigen die per Knopfdruck eingestellten Bräunungsstufen (1 bis 7) an und geben nach Aktivierung des Toastvorgangs mittels Strichen Auskunft über die restliche Röstzeit (Countdownfunktion). Ausgestattet ist das Gerät neben einer Auftau- auch mit einer Bagelfunktion, mit der eine Bagelseite stärker getoastet werden kann. Beim ersten Durchgang werden alle vier Kammern mit einer Toastscheibe befüllt und per Knopfdruck in die Tiefe geschickt. Für den gewählten Bräunungsgrad der Stufe 4 benötigt der Koloss 2:10 Minuten, bis er die Scheiben getoastet aus der Versenkung hebt – begleitet von einem schrillen Signal, das bedrohlich wirkt. Das Gehäuse aus ­gebürstetem Edelstahl heizt sich dabei stark auf und wird brennheiß (die gefährlichen Stellen wurden allerdings mit einem entsprechenden Symbol vom Hersteller markiert). Auch zwei weitere Durchgänge (mit selber Bräunungseinstellung) bringen konstante Ergebnisse. Auch die separate Einstellung der beiden Toastseiten funktioniert einwandfrei: Links entstehen bei Röstgrad 2 nach 1:20 Minuten zwei Scheiben, die eine zarte Farbe angenommen haben und dabei leicht kross geworden sind; rechts dauert es 2:25 Minuten, bis der Inhalt vom Gerät entlassen wird. Das Ergebnis: zwei Toasts mit gold- bis mittelbrauner Färbung und kurzem Biss.

Fazit Koloss, der seinen Zweck erfüllt und nicht nur für große Haushalte geeignet ist

NÜTZLICHKEIT/FUNKTIONALITÄT: SEHR GUT
HANDLING: SEHR GUT
STABILITÄT: SEHR GUT
SICHERHEIT: GUT
LEISTUNG: 1.800 WATT
EXTRAS: BAGELFUNKTION, COUNTDOWNFUNKTION